Zahnarztpraxis

Dr. med. dent. Wolfgang Schmidtler
in Regensburg-Prüfening

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Gesundheitsnachrichten

Hoffnung für Menschen mit überempfindlichen Zähnen

Der Kältesensor TRPC5 ist für die Kälteempfindlichkeit von Zähnen verantwortlich. Das hat ein internationales Forschungsteam um Prof. Dr. Katharina Zimmermann von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) entdeckt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben ihre Erkenntnisse im renommierten Wissenschaftsjournal „Science Advances“ publiziert.

„Zahnschmerzen sind für viele Menschen der Horror, und überempfindliche Zähne sind nicht weniger belastend“, weiß Prof. Dr. Katharina Zimmermann von der Anästhesiologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen der FAU. „Wer gerne Eis isst und empfindliche Zähne hat, kennt das Problem: Kaum berührt das Eis den Zahn, schlägt der Blitz ein.“

Kältesensor liegt direkt auf den Odontoblasten

Dafür verantwortlich ist ein körpereigener Mechanismus, der die menschlichen Zähne vor Überlastung schützt. „Die Natur hat in den Zähnen den stärksten Schutzreflex im Körper installiert“, erklärt die FAU-Schmerzforscherin. „Denn Zähne heilen nicht, wenn sie einmal brechen.“ Der Reflex schützt deshalb das Zahnmark und die empfindlichen Zellen des Zahngewebes, die sogenannten Odontoblasten. Diese bilden die Hartsubstanz des Zahns, also das Zahnbein und den Zahnschmelz.

Die Odontoblasten funktionieren aber auch als Kältesensoren, das hat das Forschungsteam nun erstmals nachgewiesen. Denn direkt auf den Fortsätzen der Odontoblasten liegt der Ionenkanal TRPC5, der als Kaltrezeptor fungiert. Ionenkanäle sind Poren in Zellmembranen, die wie molekulare Schließmuskeln wirken. Nach dem Erkennen eines Signals, wie beispielsweise einer Temperaturänderung, öffnen sich die Kanäle und lassen Ionen in die Zelle fließen. Dies erzeugt einen elektrischen Impuls, der zur Informationsübermittlung weitergeleitet wird.

„Der Zellkörper der Odontoblasten und ihre Nervenendigungen liegen am äußeren Rand des Zahnmarks“, erklärt Professorin Zimmermann. „Sie besitzen einen Fortsatz, der in einem feinen Kanälchen im Zahnbein verläuft, wo er die Temperaturänderungen misst und sie elektrisch an das Gehirn weitergibt und so die schmerzhafte Reaktion auslöst.“

Ansatzpunkt für Mittel gegen Zahnschmerz

Bereits früher war die FAU-Forscherin an der Entdeckung der Kaltsensitivität des Ionenkanals TRPC5 beteiligt. „Jetzt haben wir herausgefunden, dass der gleiche Ionenkanal für das Kälteempfinden in Zähnen verantwortlich ist. Das ist ein hervorragender Ansatzpunkt für künftige Mittel gegen Zahnschmerz und kälteüberempfindliche Zähne.“ Da der Rezeptor im Zahn auf den spezialisierten Sinneszellen und weniger auf Nerven vorkommt, vermutet das Team der Anästhesiologischen Klinik, dass die üblichen Nebenwirkungen einer Leitungsanästhesie, wie Taubheit und Lähmung im Kieferbereich, ausbleiben werden. Darüber hinaus fanden die Forscherinnen und Forscher auch gleich eine Erklärung für den Wirkmechanismus eines uralten Hausmittels gegen Zahnschmerzen: Der Hauptbestandteil von Nelkenöl ist Eugenol – und das blockiert den TRPC5-Rezeptor.

Mechanismus der Kälteempfindlichkeit entschlüsselt

Entschlüsselt haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen Mechanismus der Kälteempfindlichkeit durch Experimente an Mäusezähnen. Das Forschungsteam entwickelte eine neue Methode, elektrische Impulse von Zahnnerven intakter Mäusezähne zu registrieren. „Durch eine spezielle Technik mit Glaselektroden konnte ich normale Mäuse mit Mäusen vergleichen, denen das Molekül TRPC5 fehlte“, erklärt die Elektrophysiologin Dr. Laura Bernal (jetzt Universidad Alcalá in Spanien). „Es zeigte sich, dass TRPC5 für einen Großteil der Kaltantworten im Zahn entscheidend ist und dass TRPC5-Antagonisten die Kaltantworten blockieren.“ In Verhaltensversuchen an Mäusen stellte FAU-Forscherin Dr. Christine König schließlich fest, dass die Mäuse, denen der TRPC5-Rezeptor fehlt, auch keine Zahnschmerzen mehr nach einer Zahnentzündung entwickeln. Darauf dürfen nun auch Menschen mit kälteempfindlichen Zähnen hoffen, denn in entzündeten Zähnen mit Karies fand das Team besonders viele TRPC5- Rezeptoren.

Am 12. Mai 2021 ist Parodontologietag

Die DG PARO unterstützt Kampagne der EFP!

Jedes Jahr am 12. Mai findet der Parodontologietag statt. Die DG PARO nutzt diese Gelegenheit, um über Parodontitis und deren Wechselwirkung mit anderen Erkrankungen aufzuklären. In diesem Jahr unterstützt sie die EFP-Kampagne „Gum diseases are preventable. Visit your dentist.“.

Die European Federation of Periodontology (EFP) hat sich für den diesjährigen Gum Health Day etwas ganz Besonderes überlegt: kurze Animationsfilme, die durch ihre äußerst humorvolle Inszenierung möglichst viel Aufmerksamkeit hinsichtlich der Erkrankung Parodontitis in der Bevölkerung erregen sollen. Diese werden hauptsächlich über die sozialen Netzwerke geteilt und dadurch in weite Teile der Bevölkerung ausgesendet. Hierbei wird nicht der Zeigefinger zur Mahnung erhoben, sondern mit einem Lächeln die gute Nachricht versendet: „Parodontitis ist vermeidbar. Besuchen Sie Ihren Zahnarzt.“. Die Filme beschäftigen sich mit den Themen Halitosis, Rauchen sowie mit lockeren und überempfindlichen Zähnen. Die DG PARO wird diese Anfang Mai in regelmäßigen Abständen auf ihrem Instagram- und Facebook-Kanal sowie über YouTube teilen.

Der Parodontologietag ist für die DG PARO jedes Jahr die Gelegenheit, um möglichst viele Menschen für das Thema Parodontitis zu sensibilisieren. 2020 stand der Parodontologietag unter dem Motto „Parodontitis und Diabetes – eng verzahnt“. Die groß angelegte Kampagne informierte über die Wechselwirkungen der beiden Erkrankungen und bot neben einer eigenen Homepage auch Aufklärungsvideos und Vorträge sowie einen Patientenratgeber für Betroffene. 2019 fiel der Parodontologietag auf den Muttertag: Die DG PARO nutzte diesen besonderen Anlass für eine deutschlandweite Kampagne „#LoveYourGum – Liebe Dein Zahnfleisch“ mit der sie über die besondere Bedeutung der Mundgesundheit für werdende Mütter aufklärte. Unter dem Motto „Wir helfen Ihren Zähnen, Haltung zu bewahren“ zielte 2018 die Kampagne auf frühzeitige Diagnostik, Selbsttestmöglichkeiten für Patienten und das systematische Screening in der Zahnarztpraxis ab. Zum Parodontologietag 2017 wurde als Leitmotiv ein Eisberg gewählt. Er symbolisierte das Tückische der Krankheit, die selten Schmerzen verursacht und sich unterhalb der sichtbaren Oberfläche schleichend abspielt.

„Die Kampagnen zielen darauf ab, auf die meist schmerzlos verlaufende Erkrankung Parodontitis aufmerksam zu machen und deren Risiko für den Zahnverlust, aber auch den Einfluss der Parodontitis auf Allgemeinerkrankungen zu verdeutlichen. Besonders in der Corona-Krise ist es wichtig über die Erkrankung und deren Folgewirkung aufzuklären und Patienten so zu animieren, zahnärztliche Kontrolltermine im Sinne der Prävention oder frühzeitigen Therapie wahrzunehmen.“, so Dr. Lisa Hezel, DG PARO Vorstandsmitglied.

Welche Rolle Mundgesundheit bei werdenden Müttern spielt

Tipps und Tricks zum Muttertag

Am Sonntag ist Muttertag. Völlig zu Recht gehen unsere herzlichen Glückwünsche auch bereits an alle werdenden Mütter. Denn Kinder zu haben, ist kein Kinderspiel und das beginnt bereits in der Schwangerschaft. Übelkeit, Sodbrennen und auch Zahnfleischbluten, Karies und Erosionen begleiten viele schwangere Frauen. Zudem gibt es den Spruch: "Jedes Kind kostet einen Zahn". Was ist da dran und was sollten werdende Mütter beim Thema Zahnpflege und Mundgesundheit beachten? Ein einfacher Trick für zwischendurch und unterwegs, nachdem eine werdende Mutter mal wieder der Heißhunger gepackt hat, ist nach jedem Snack einen zuckerfreien Kaugummi zu kauen.

Aber was passiert eigentlich im Mund während der Schwangerschaft?

Die Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit, die den ganzen Körper verändert - auch den Mund. Zwar kostet nicht jedes Kind einen Zahn, wie eine Volksweisheit sagt. Richtig ist aber, dass die Mundgesundheit in der Schwangerschaft gefährdet ist. Zum einen steigt das Risiko für Karies und Erosionen. Das liegt an Veränderungen im Speichel, aber auch am großen Appetit auf Süßes oder Saures. Das Risiko steigt, wenn Schwangere in den ersten Monaten unter starker Übelkeit leiden und sich häufig erbrechen. Dann greift die Magensäure den Zahnschmelz direkt an, entzieht ihm Mineralien und weicht ihn auf.(1)

Zum anderen wird das Zahnfleisch empfindlich: Infolge von Hormonumstellungen wird es stärker durchblutet, ist dadurch weicher und schwillt leicht an. Bakterien können sich schneller ansiedeln und Entzündungen verursachen.(2) Fast jede zweite Schwangere hat eine solche Schwangerschaftsgingivitis, die sich durch Zahnfleischbluten beim Zähneputzen bemerkbar macht. Das sollte ernst genommen werden, denn unbehandelt kann sie sich zu einer Parodontitis ausweiten. Diese steht im Verdacht, Schwangerschaftskomplikationen zu verursachen - wie etwa eine Frühgeburt oder Untergewicht des Neugeborenen.(1)

Mit folgenden Tipps der Expertenleitlinie der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung können Schwangere ihre Mundgesundheit stärken und schützen(3):

  • Zähne mindestens zweimal täglich mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta gründlich putzen. Falls nötig Zahnseide oder Interdentalbürstchen für die Reinigung der Zahnzwischenräume verwenden.
  • Auf eine zahngesunde Ernährung mit möglichst wenig süßen und sauren Speisen oder Getränken achten.
  • Nach Mahlzeiten zuckerfreien Kaugummi kauen. Das kurbelt den Speichelfluss an und aktiviert das wichtigste körpereigene Schutzsystem für die Zähne: Ideal für die Zahnpflege zwischendurch und unterwegs.
  • Laut Bundeszahnärztekammer gehen besonders in Corona-Zeiten Patientinnen und Patienten weniger zum Zahnarzt. In der Schwangerschaft sollten mindestens zwei Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt eingeplant werden.  

1 Meyer-Wübbold K et al.: Zahnärztliche Diagnostik und Therapie schwangerer Patientinnen. zahnärztliche mitteilungen 2020; 110 (6): 558-566. https://www.zm-online.de/fileadmin/user_upload/artikel_schwangerschaft_und_mundgesundheit.pdf

2 KZBV: Zahngesundheit während der Schwangerschaft. https://www.kzbv.de/zahngesundheit-waehrend-der-schwangerschaft.47.de.html

3 S2k-Leitlinie (Langversion) Kariesprophylaxe bei bleibenden Zähnen - grundlegende Empfehlungen. https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/083-021.html

06.05.2021 DGA | Quelle: Mars Wrigley (news aktuell)


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